Rundbrief 2012



Rundbrief 1/2012

Das Misalisa-Projekt im Jahr 2011


Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde von Misalisa,

mit unserem Rundbrief informieren wir Sie über die Aktivitäten des vergangenen Jahres und die aktuelle Situation.

Aktivitäten im Kongo

2011 konnten wir durch Spenden und eigene Mittel folgendes realisieren:


    Reife Papayas gibt es schon seit längerer Zeit und die zweite Ananasernte steht bevor. Die Guavenbäume tragen jetzt die ersten Früchte. Maniok kann nun auch nach und nach geerntet werden. Der erste Honig wurde gewonnen.

    Da es sich herausgestellt hat, dass die Lehmerde auf dem Projektgelände, mit der die Hütten gebaut wurden, nicht genug Haftung hat und die Wände sich durch Wind und Feuchtigkeit sehr schnell auflösen, wurden 2011 drei kleine Häuser und Anfang dieses Jahres ein viertes aus selbst hergestellten Backsteinen erbaut.

    Kurse in Kinshasa:

    Anfang 2011 wurden wir gebeten in Zusammenarbeit mit einigen Lehrkräften verschiedene Lehrgänge anzubieten, unter anderem auch Theorie und Praxis zur Erlangung des Führerscheins. Wir lehnten ab, da wir dies nicht für wichtig hielten und wir uns auf das Projekt im Dorf konzentrieren wollten. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass die Nachfrage für die Lehrgänge Zuschneiden und Nähen, Friseur und Computer, Malerfarbe- und Kittherstellung sowie Kurse für Englisch, Französisch und zur Erlangung des Führerscheins groß war, und zwar nicht einfach zum Vergnügen, sondern um eine Grundlage zu schaffen, um für den eigenen Lebensunterhalt sorgen zu können, denn jedes Mehr an Können verbessert diese Möglichkeit.

    Da sowohl die Lehrkräfte als auch die Räumlichkeiten in Kinshasa vorhanden sind, wurden 2011 mit geliehenen Maschinen und PCs die ersten Kurse mit gutem Erfolg durchgeführt. Die zweite Runde startet diese Woche, und wir sind dankbar für die Spenden der Nähmaschinen und PCs aus Deutschland und hoffen, die geliehenen sobald wie möglich durch diese ersetzen zu können.

    Leider konnte im Projekt nicht alles, was wir für das Jahr 2011 vorgesehen hatten, realisiert werden, so zum Beispiel das Errichten der Erste-Hilfe-Station, was wir jedoch im Laufe dieses Jahres in Angriff nehmen wollen, denn der Verwalter musste längere Zeit in Kinshasa verbringen, um gemeinsam mit dem für die Beschaffung amtlicher Papiere zuständigen Beauftragten die noch fehlenden Papiere zu besorgen.

    Nachdem Nzinga Dinako Tshigane und später ich in Kinshasa eingetroffen waren, stellten wir fest, dass der Beauftragte Geld von Misalisa veruntreut hatte (weshalb er festgenommen wurde) und entgegen seinen Angaben nicht nur eine, sondern 3 weitere amtliche Bescheinigungen fehlten, die für die Auslösung der Container aus dem Hafen notwendig waren. Für eine Steuerbefreiung muss nun die nächste Versammlung der Verschiedenen Ministerien beim „Ministère du Plan“ (Entwicklungsministerium) abgewartet werden. Diese sollte im Dezember stattfinden, wurde jedoch wegen der Wahlen und der zeitweiligen Unruhen auf unbestimmte Zeit verschoben.

    Das Problem dabei ist, dass nicht nur für die fehlenden Papiere Geld aufgebracht werden muss, sondern, dass zusätzliche Lagerkosten für die Container im Hafen anfallen sowie dass einer der beiden Container, entgegen der Versicherung des Beauftragten, nach Kinshasa verlagert wurde (was zusätzliche Kosten in Höhe von 2700 Dollar verursachte).

    Um weitere Unkosten zu vermeiden und wegen der Ungewissheit, ob und wann wir das noch fehlende Dokument bekommen werden, sah ich keine andere Möglichkeit als den ersten Container auf eigene Kosten aus dem Zoll zu holen. Dies habe ich während meines Deutschlandaufenthalts vom 16. Dezember bis 17. Januar veranlasst, so dass nun schon ein Teil unserer Spenden im Projekt angekommen ist.

    Nzinga Dinako Tshigane ist nun im Projekt und die Arbeit dort geht gut voran. Ich bin seit dem 18. Januar wieder in Kinshasa, und begleite mit dem neu eingesetzten Bearbeiter die weiteren Schritte, um den zweiten Container aus dem Zoll zu holen. Aber es gibt ständig neue Hindernisse. Wir brauchen viel Geduld, denn jedes einzelne erfordert Tage. Für die Auslösung dieses Containers fehlen uns zwar noch ca. 1500 Euro. Aber wir werden trotzdem ab dieser Woche die Auslösung beginnen, da noch überhaupt keine Aussicht auf einen Versammlungstermin beim „Ministère du Plan“ besteht. Durch die Wahl sind Neubesetzungen in den Ministerien zu erwarten, was bedeutet, dass es dauern wird, bis alles wieder seinen Gang geht.

    Sobald die Spenden aus dem Zoll sind, werde ich auch im Projekt sein, um dort mitzuarbeiten. Ich fühle mich im Kongo trotz aller Schwierigkeiten sehr wohl und bin froh, diesen Schritt getan zu haben.

    Für den dritten Container haben wir leider noch keine Lösung gefunden. Es ist nur gut, dass dieser Eigentum von Misalisa ist und dafür keine Kaution hinterlegt werden muss und kein Druck wegen der Rückgabe an die Rederei besteht.

    Aktivitäten von Misalisa in Deutschland

    Gekauft wurden zur Mitnahme in das Projekt:


      Dank dreier Freunde, die uns außer den Lagerplätzen, die wir mieten mussten, Lagermöglichkeiten zur Verfügung gestellt haben, konnten wir die Sachspenden bis zum Laden der Container ohne zusätzliche Kosten unterbringen.

      Unser Antrag bei der GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) in Bonn, für die Kostenübernahme von 75 % des Transports zweier Container, wurde genehmigt. Da die GIZ jedoch bestimmte Vorgaben macht, was mit ihrer Finanzierung geschickt werden darf, und die Sachspenden für das Musikprojekt, das geplante Waisenhaus, das Internat und viele wichtige Dinge für die Dorfbevölkerung davon ausgeschlossen waren, haben wir die Verschickung eines dritten Containers, der uns von der Speditionsfirma als Sachspende überlassen wurde, mit zu diesem Zweck gesammelten Spendengeldern finanziert.


      Am Wochenende 16.09.2011 bis 18.09.2011 wurden die beiden GIZ-Container geladen, und am Wochenende 30.09.2011 bis 02.10.2011 unser eigener. Es war eine aufregende Zeit, doch die freiwilligen Helferinnen und Helfer haben Großes geleistet. Wir waren sehr erleichtert, dass dieser Teil nun abgeschlossen war und die Container auf dem Weg in den Kongo waren.

      Nzinga Dinako Tshigane bereitete sich auf seine Heimkehr in den Kongo vor und flog am 2. November endgültig zurück, um im Projekt zu leben und zu arbeiten.
      Ich flog am 15. November für 4 Wochen in den Kongo, in der Hoffnung, in dieser Zeit die ersten beiden Container in Empfang nehmen zu können.

      Die Zeit vom 16.12.2011 bis 17.1.2012 verbrachte ich nochmals in Deutschland, um Weihnachten mit der Familie zu verbringen und einige wichtige Dinge zu regeln.

      Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die Misalisa 2011 durch ihre Spenden und Hilfe unterstützt haben.

      Wir sind dankbar über jede Spende, die uns helfen kann, das Projekt und die Auslösung der Container voranzubringen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Verena Meining



      (Als PDF-Version: RB_1_2012_Misalisa)



      Spendenkonto Misalisa e.V. Konto/Compte/Account: 9757 BLZ: 600 201 00 IBAN: DE 60 60020100 0000009757 BIC/SWIFT: SCHWDESS Bank/Banque: Schwäbische Bank